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Krank im EU-Ausland

Neue EU-Richtlinie: Wer hilft und wer zahlt?

Viele EU-BürgerInnen kennen das Problem: Man hat gesundheitliche Probleme, eine Operation steht bevor - doch der/die PatientIn kommt zunächst auf die Warteliste und der Versicherungsträger lehnt in der Regel eine Kostenübernahme im EU-Ausland ab.

Neue EU-Richtlinie

Eine neue EU-Richtlinie zur grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung soll dem nun Abhilfe schaffen und PatientInnen eine Behandlung im Ausland - ohne viel Papierkram und Bürokratie - ermöglichen. Vorabgenehmigungen wie bisher können von  den Mitgliedsstaaten nur unter bestimmten Kriterien eingeführt werden.

Rückerstattung von Kosten

Jahrelang wurde zwischen dem Rat und den EU-Abgeordneten an dem Gesetzestext gefeilt, bis ein tragbarer Kompromiss gefunden wurde. Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, dass der/die PatientIn die Kosten einer ärztlichen Behandlung im Ausland von der eigenen Krankenkasse im selben Ausmaß rückerstattet bekommt, wie sie das im Inland tut. Darüber hinausgehende Kosten werden in der Regel von den PatientInnen getragen.

Bevorzugung gibt‘s nicht

Es wurden auch klare Maßnahmen zur Sicherstellung der Inlandsversorgung erlassen: Die geplante Richtlinie verpflichtet Gesundheitsdienstleister nicht dazu, PatientInnen aus anderen Mitgliedsstaaten für eine geplante Behandlung aufzunehmen oder bevorzugt zu behandeln, wenn sich dadurch Nachteile für inländische PatientInnen mit ähnlichen Gesundheitsbedürfnissen ergeben. Gibt es zum Beispiel in Österreich eine Warteliste für Hüftoperationen, so werden PatientInnen aus anderen Mitgliedsländern dazu nicht zugelassen.

Vorteil für ÖsterreicherInnen

Auch wenn in Österreich die Gesundheitsversorgung der PatientInnen mit modernsten Mitteln gesichert ist, so wird die Richtlinie auch ÖsterreicherInnen zugutekommen. Vor allem in der Behandlung von seltenen Krankheiten wird man in Zukunft ohne Hindernisse im EU-Ausland Fachzentren bzw. SpezialistInnen aufsuchen können. Aber auch Krankheiten wie zum Beispiel Krebs können grenzüberschreitend in Spitzenzentren - wie zum Beispiel in Heidelberg, wo sich das erste Ionenstrahl-Therapiezentrum in Europa befindet - behandelt werden.

Informationen über eine Behandlung im EU-Ausland werden für die PatientInnen bei einer nationalen Kontaktstelle - die eigens dafür eingerichtet wird - erhältlich sein.

>> Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen unter: www.oegfe.at

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