topimage
Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen
Logo FSG
Facebook

Internationaler Frauentag:

Den druck erhöhen

Der Frauentag am 8. März setzt neue Zeichen der Zeit: Denn wenn der Frauenanteil in Österreich über 51 Prozent beträgt, warum sind dann nur zehn Prozent Frauen in Aufsichtsräten vertreten?

Frauen verdienen laut Rechnungshof noch immer um bis zu 40 Prozent weniger als Männer. Und nur fünf Prozent der Väter beziehen Kinderbetreuungsgeld. Angesichts dieser Zahlen ist es zwar erfreulich, dass auch Väter jetzt ein "Papamonat" in Anspruch nehmen können, aber die Gleichstellung von Frauen und Männern ist 100 Jahre nach dem ersten Internationalen Frauentag noch immer in weiter Ferne.

Warten hat ein Ende

"Die Entwicklungen zeigen uns, dass wir mehr gesetzliche Rahmenbedingungen brauchen, um ein Umdenken in der Gesellschaft schneller herbeiführen zu können", erklärt FSG-Frauenvorsitzende Elisabeth Vondrasek. Denn wenn die Mehrheit in Österreich Frauen sind, dann müsse sich dies auch in den oberen Unternehmensetagen und in der Politik widerspiegeln. Denn nur so könne die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft vorangetrieben werden. "Wenn Frauen in der Chefetage die Arbeitsbedingungen ihrer MitarbeiterInnen mitgestalten, dann erwarte ich mir davon, dass sie die Bedürfnisse der Frauen besser verstehen und berücksichtigen", sagt Vondrasek.

Echte Chancen statt Ausreden

Vondrasek geht es zum Beispiel darum, dass Mütter nach ihrer Karenzzeit keine (finanziellen) Nachteile beim Wiedereinstieg in den Job haben, oder auch darum, dass es spezielle Bildungsangebote für sie gibt. "Die ständigen Argumente, dass Frauen in schlecht bezahlten Berufen und Branchen arbeiten, verstärkt Teilzeitbeschäftigung nachgehen, aufgrund von Kinderbetreuungszeiten den Aufstieg verpassen, sollten eigentlich längst zu einem Umdenken und einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Frauen geführt haben. Da dies nicht der Fall ist, brauchen wir anstatt freiwilliger Selbstverpflichtung verbindliche Regelungen und Frauenquoten, um hier endlich wirklich etwas bewegen zu können", fordert Vondrasek. Daher setzt sich auch SPÖ-Europaabgeordnete Evelyn Regner im Europäischen Parlament für die Umsetzung einer Frauenquote von 40 Prozent ein und betont, "dass die EU schon immer eine Vorreiterin bei Frauenrechten war".

Frauen doppelt ausgebeutet

Die Tradition des Internationalen Frauentages geht auf die Arbeiterinnenbewegung um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zurück. Seit Beginn des Kapitalismus wurden die Frauen der ArbeiterInnenklasse doppelt ausgebeutet - als Frauen und Mütter und bei der Fabrikarbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen. Es gab daher auch zahlreiche Kämpfe, die von Frauen geführt wurden, um bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten zu erreichen. Die Kämpfe richteten sich auch gegen die unzumutbaren Wohn- und Lebensbedingungen, die Frauen zumeist stärker betrafen. Der erste internationale Frauentag fand am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA statt. Erst 1921 wurde der Internationale Frauentag auf den 8. März festgelegt.

Mehr über den Kampf um Gleichstellung von Frauen und Männern unter www.oegb.at/geschichte und über den Aufruf zur Demo am 19. März 2011 unter www.oegb.at/frauen oder www.20000frauen.at.

Artikel weiterempfehlen

Teilen |