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24. bis 26. Mai 2011: ÖH-Wahl

Warum Studierende auf ihre Mitbestimmung nicht verzichten sollten.

Studieren nur noch für Reiche: Das bekommt man heutzutage angesichts der ewigen Diskussionen rund um die Finanzierung der heimischen Universitäten und Hochschulen immer öfter zu hören. Ganz zu Recht! Trotzdem sollten Studierende auf ihre Mitbestimmung nicht verzichten.

Bei den vergangenen Wahlen nutzten nur knapp 25 Prozent der Studierenden ihr Recht auf Mitbestimmung. Dabei ist die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) eine wichtige Vertretung für alle Studierenden. Vor allem der Verband sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) setzt sich kompromisslos für die Interessen der Studierenden ein.  "Als FSG-GPA-djp-Jugend und freiwillige Interessenvertretung von StudentInnen rufen wir alle Studierenden auf, zur ÖH-Wahl zu gehen und von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Denn nur wer seine Stimme abgibt, kann mit seiner Stimme auch die Arbeit in der ÖH mitgestalten", so Florian Hohenauer, FSG-GPA-djp-Bundesjugendvorsitzender.

Was Hänschen nicht lernt ...

Der VSStÖ setzt sich vor allem für die soziale Absicherung von Studierenden ein. Alle sollen die Möglichkeit haben zu studieren, und das unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern. Denn die Studierendensozialerhebung 2009 hat aufgezeigt, dass Studierende stark armutsgefährdet sind. Über 60 Prozent der Studierenden müssen neben dem Studium arbeiten, um sich ihr Leben überhaupt noch leisten zu können. Dadurch verlängert sich die Studiendauer und viele riskieren, ihre Beihilfen zu verlieren und müssen noch mehr arbeiten oder sogar mit dem Studieren aufhören. Aber was "Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr", wie es treffend heißt (auch wenn wir heute in einer wissensbasierten Gesellschaft leben, in der lebenslanges Lernen kaum noch wegzudenken ist).

Damit niemand ein Studium wegen eines überzogenen Kontos abbrechen muss oder erst gar nicht beginnen kann, fordert der VSStÖ ein faires Beihilfensystem, das zum Leben reicht und Studierende vor Armut schützt. Derzeit erhalten nur 18 Prozent aller Studierenden überhaupt Studienbeihilfe. Mit einer Höchststudienbeihilfe von 679 Euro monatlich und durchschnittlichen Lebenshaltungskosten von rund 800 Euro können Studierende kaum auskommen. Daher fordert der VSStÖ von der Bundesregierung die Höchststudienbeihilfe auf zumindest 800 Euro anzuheben.

Arbeiten müssen, um zu Studieren

60 Prozent der Studierenden müssen arbeiten, um leben zu können, aber Arbeit und Studium lassen sich im Studienalltag selten unter einen Hut bringen. Wer arbeiten muss zu einer Zeit, zu welcher ein wichtiges Seminar mit Anwesenheitspflicht stattfindet, hat Pech, und muss darauf hoffen, dass sich das Seminar vielleicht im nächsten Semester ausgeht. Dadurch werden arbeitende Studierende benachteiligt und vom raschen Studieren abgehalten. Deshalb fordert der VSStÖ ein flexibleres Lehrveranstaltungsangebot. Seminare und Kurse sollen zu unterschiedlichen Tageszeiten angeboten werden.

Für Freien Hochschulzugang

"Wir wünschen uns eine starke und politische ÖH, mit der wir gemeinsam die Interessen und Forderungen für die StudentInnen - vor allem gegenüber einem Wissenschaftsministerium in der Art und Weise, wie es jetzt besteht - verfolgen und vertreten können. Die FSG-GPA-djp-Jugend fordert schon immer den freien Hochschulzugang ohne Studiengebühren, ohne Zugangsbeschränkungen und ohne ,Knock-out‘-Prüfungen. Schon jetzt sind Kinder aus ArbeiterInnenfamilien und sozial schwachen Familien an den Universitäten unterrepräsentiert. Weitere Zugangsbeschränkungen würden das nur verschlimmern und führen zu einer Reproduktion von Eliten. Viele unserer Forderungen überschneiden sich mit denen des VSStÖ, weshalb wir auch den VSStÖ im ÖH-Wahlkampf unterstützen", erklärt Hohenauer.

Der VSStÖ ist die einzige Fraktion an den Universitäten, der Service mit Politik verbindet. Der VSStÖ steht im Sozialreferat der ÖH-Bundesvertretung seit vielen Jahren Studierenden bei Problemen mit Information und Beratung hilfreich zur Seite. Ein gutes Service kann den Studierenden helfen, rechtzeitig und richtig ihre Studienbeihilfe zu beantragen und sie durch den Verwaltungsdschungel zu begleiten. Wenn aber die Familienbeihilfe gekürzt wird und die Studienbeihilfe zum Leben nicht mehr ausreicht, braucht es eine Politik, die faire Rahmenbedingungen schafft, um allen Studierenden ein Studium zu ermöglichen. Der VSStÖ macht sich daher auch in der Politik stark und engagiert sich über die Grenzen der Universitäten hinaus für die soziale Absicherung von Studierenden.

Wer was warum und wie wählen darf und soll?

Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) ist seit 1945 gesetzlich verankert und als gesetzliche Interessenvertretung der Studierenden auch fixer Bestandteil der bildungspolitischen Landschaft. Die ÖH vertritt mittlerweile mehr als eine viertel Million Studierende an Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen. In den Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen finden die ÖH-Wahlen jährlich, an den Universitäten alle zwei Jahre statt. 2011 werden die ÖH-Wahlen von 24. bis 26. Mai abgehalten.

Wer darf wählen?

Wählen können ordentlich Studierende, die sich bis 5. April 2011 an einer Hochschule inskribiert oder rückgemeldet haben - sprich ihren ÖH-Beitrag beziehungsweise ihre Studiengebühren einbezahlt haben. Aktiv wahlberechtigt sind alle Studierenden - unabhängig vom Herkunftsland. Für die ÖH-Wahlen kandidieren können allerdings nur EU- bzw. BürgerInnen des Europäischen Wirtschaftsraums.

Wer und was wird gewählt?

Die Wahlen in die Studienvertretungen (die jeweils eine Studienrichtung repräsentieren) sind sowohl an den Universitäten als auch in Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen sogenannte "Personenwahlen". Die Universitätsvertretung ist hingegen eine Listenwahl, bei der Fraktionen, wie etwa der VSStÖ, gewählt werden können. In den Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen wird die Vertretung auf allen Ebenen über Personenwahlen bestimmt. Die bundesweite Vertretung wird seit 2005 nicht mehr direkt von den Studierenden gewählt, sondern einerseits von den Universitätsvertretungen beschickt, andererseits setzt sie sich aus den Vertretungen von Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen gewählten Einzelpersonen zusammen.

Webtipps:

www.vsstoe.at

www.oeh.at

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