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Mach den Check!

Lohnsteuersenkung und Millionärsabgabe JETZT!

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schlägt erneut Alarm vor der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich. Das betrifft auch unser Land!

Nach Ausbruch der Krise stiegen in Österreich laut dem Trend der OECD beispielsweise die verfügbaren Haushaltseinkommen der obersten zehn Prozent um 1,3 Prozent an. Jene der untersten zehn Prozent gingen hingegen um 0,8 Prozent zurück. Mit anderen Worten:

  • Während Reiche immer reicher werden, werden Arme immer ärmer!

Gleichzeitig verringern sich damit die Bildungschancen für die Ärmeren – allen voran für Kinder, da ärmere Haushalte weniger in Bildung investieren (können). Letztendlich führt das soweit, dass sich die immer größer werdende Kluft hemmend auf das Wirtschaftswachstum auswirkt, es fehlen gut ausgebildete Fachkräfte. Umgekehrt ist eine Umverteilung von oben nach unten kaum wachstumsschädlich.

Für die FSG geht es daher in erster Linie um eine Lohnsteuersenkung, aber im gleichen Atemzug auch darum, wie diese finanziert wird. Im Gegensatz zu den Vorschlägen der ÖVP und von anderen sorgt nur das ÖGB/AK-Modell dafür, dass die wachsende Ungleichheit in unserem Land gebremst wird.

  • Die FSG fordert eine Lohnsteuersenkung und eine Millionärsabgabe!

Und wenn die FSG Millionäre sagt, dann meint sie auch Millionäre! Nur das bringt Österreich den nötigen Schwung für stärkere Kaufkraft, höheren Privatkonsum, mehr Wachstum und neue Arbeitsplätze!

  • 2015 muss das Jahr für ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen werden!

 

Klarheit schaffen - Nachrechnen!

Leistungsträger waren gestern, heute sind alle „Mittelstand“ und morgen Millionäre: So ähnlich könnte man die Aussagen der ÖVP und von anderen Millionärs-Parteien zusammenfassen.

Wenn die FSG eine Lohnsteuersenkung für Arbeitnehmerinnen und PensionistInnen fordert und Vermögen stärker belasten will, spricht die ÖVP immer gerne davon, dass damit der „Mittelstand“ belastet wird.

Für die FSG ist klar, dass alle ihren gerechten Beitrag zur Finanzierung des Staates leisten müssen. Die Reichen können sich davor allerdings nach wie vor leichter drücken – aufgrund nicht mehr zeitgemäßer Steuerstrukturen. Aber: Ab wann gehört man eigentlich zum Mittelstand?

Mit dem Millionärsabgabe-Rechner kann man sich ganz einfach Klarheit darüber verschaffen, ob man Millionärsabgabe zahlen müsste beziehungsweise wie lange man wie viel monatlich noch sparen müsste, um den Freibetrag überhaupt zu erreichen. Basis ist das Gewerkschaftsmodell mit einem Freibetrag von 700.000 Euro.

Der Millionärsabgabe-Rechner funktioniert auch auf den gängigsten Smartphones!

::: www.fsg.at/rechner 

 

Wer ist aller „Mittelstand“?

Vorweg: Eine klare einheitliche Definition gibt es nicht. Mittelstand wird vorwiegend für Unternehmen und Gewerbetreibende verwendet (kleinere und mittlere Unternehmen, KMU), für ArbeitnehmerInnen gibt es den Begriff „Mittelschicht“.

Viele Forschungsinstitute zählen zur Mittelschicht all jene, die zwischen 70 und 150 Prozent des sogenannten „Medianeinkommens“ verdienen. Das Medianeinkommen besagt, dass 50 Prozent weniger und 50 Prozent mehr als dieses Einkommen verdienen.

2011 betrug das Medianeinkommen in Österreich laut Statistik Austria 31.525 Euro brutto pro Jahr (für unselbstständig Erwerbstätige, Vollzeitbasis, Männer und Frauen).

Zur Mittelschicht würden demnach alle mit einem monatlichen Bruttoeinkommen zwischen 1.569 Euro (netto etwa 1.185) und 3.377 Euro (netto etwa 2.081) gehören. Das Durchschnittseinkommen hingegen lag bei 36.381 Euro brutto pro Jahr und entspricht einem monatlichen Bruttoeinkommen von 2.598 Euro (netto etwa 1.719).

Berücksichtigt man dazu die Armutsgefährdungsquote, die laut Statistik Austria bei 60 Prozent des Medianeinkommens liegt (unter anderem auch abhängig von der Anzahl der Personen, die in einem Haushalt leben), dann zeigt sich sehr schnell, dass eigentlich nur sehr wenige nicht zur Mittelschicht zählen würden: jene zehn Prozent EinkommensbezieherInnen, die  zwischen 60 Prozent und 70 Prozent des Medianeinkommens verdienen. Denn alle darunter gelten bereits als armutsgefährdet: Das sind rund eine Million Menschen oder 12 bis 13 Prozent der Bevölkerung in Österreich.

Wen die Millionärsabgabe treffen würde

Damit stimmt dann auch die grundsätzliche Selbsteinschätzung vieler Menschen, die sich zur Mittelschicht oder dem Mittelstand zugehörig fühlen. Zum Mittelstand oder zur Mittelschicht zu gehören, heißt aber noch lange nicht, auch reich zu sein. Viele Millionäre und Reiche zählen sich aber gerne auch „nur“ zum Mittelstand oder zur Mittelschicht.

Damit wird es schwierig, Grenzen zu ziehen. Und das monatliche Einkommen sagt noch nichts über die Verteilung der Vermögen (Immobilien, Geld etc.) aus. Fazit: Viele sind Mittelstand oder Mittelschicht, aber nicht wirklich reich! Die Millionärsabgabe würde allerdings nur wirklich Reiche treffen! 

Die ÖVP nützt das gerne aus und behauptet, dass die FSG-Forderungen nach einer Millionärsabgabe den Mittelstand beziehungsweise die Mittelschicht treffen würde – was jedoch nicht stimmt.

Vielen haben und erben nichts

Über 90 Prozent aller privaten Haushalte wären von einer Vermögenssteuer nicht betroffen. Ebenso erben 80 Prozent aller Haushalte gar nicht und wären somit von einer Erbschaftssteuer nicht betroffen. Aber: Die ohnehin schon reichsten 2 Prozent aller Haushalte erben zum Beispiel 50 Prozent der gesamten Immobilienerbschaften. Und laut einer Studie der Universität Linz könnte 1 Prozent der reichsten Vermögenden in unserem Land 2-mal Österreichs Schulden bezahlen.

"Wie ungerecht die Vermögen in Österreich aufgeteilt sind, zeigte der Global Wealth Report der Boston Consulting Group. Österreich ist mit an der Weltspitze, was die Dichte an Superreichen betrifft. Auf 100.000 Haushalte kommen in Österreich mehr als acht, die ein Vermögen von mehr als 100 Miollionen Dollar (80,3 Mio. Euro) besitzen - damit sind wir Spitzenreiter in der EU und weltweit auf Platz 3", so FSG-Vorsitzender Wolfgang Katzian.

Der Freibetrag bei der Vermögenssteuer laut Gewerkschaftsmodell beträgt 700.000 Euro. Wenn die ÖVP nun meint, die FSG-Forderung würde den Mittelstand oder die Mittelschicht treffen, dann muss der Mittelstand oder die Mittelschicht wohl erst ab einem Vermögen von 700.000 Euro beginnen.

"Mehrfache Besteuerung" zieht nicht

Auch das Argument, dass es sich bei den in Österreich im internationalen Vergleich viel zu geringen Vermögenssteuern um eine „mehrfache Besteuerung“ handeln würde, zielt ins Leere. Denn jeder Euro wird an unterschiedlichen Stellen im Wirtschaftskreislauf mehrfach besteuert. Jede Wurstsemmel ist zum Beispiel mehrfach besteuert (zuerst Lohnsteuer beim Einkommen und dann Umsatzsteuer beim Kauf). Weitere Beispiele: Mieten, Tabak, Alkohol, Mineralöl (= Verbrauchssteuern), Maut und Vignette (= Verkehrssteuern).

2/3 der Einnahmen NUR aus Lohn- und Konsumsteuern

Gleichzeitig stammen zwei Drittel der Steuereinnahmen in Österreich aus Lohn-, Mehrwert- und Umsatzsteuer. "Die ArbeitnehmerInnen zahlen also kräftig ein und ordentlich drauf, während Superreiche und Millionäre geschont werden. Der Handlungsbedarf liegt klar auf der Hand: Es muss mehr Maßnahmen für mehr Steuergerechtigkeit geben. Wir brauchen einen Systemwechsel, mehr vermögensbezogene Steuern - um den Faktor Arbeit zu entlasten, die Kaufkraft der Menschen zu stärken und damit der steigenden Kluft zwischen Arm und Reich entgegenzuwirken", fordert Katzian.

Weitere Daten und Fakten über die ungleiche Vermögensverteilung in Österreich gibt es in unserer Broschüre. Einfach online durchblättern oder links oben downloaden.

Leisten wir uns Verteilungs-Gerechtigkeit!

 

 

 

Das Video zur Broschüre  

 

Unsere Forderungen: 7_Punkte-Programm für Österreich

 

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