topimage
Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen
Logo FSG
Facebook

2. FSG-PensionistInnen-Forum

Klares Bekenntnis zum Umlageverfahren

Mit einem Bekenntnis zum Umlageverfahren des derzeitigen Pensionssystem eröffnete der Bundesvorsitzende der FSG, Wolfgang Katzian, die 2. FSG-PensionistInnen-Konferenz am 23. Oktober 2012 in der ÖGB-Zentrale in Wien. Rund 100 Delegierte diskutierten Anträge und wählten die Gremien neu.
 
Zum derzeitigen, auf dem Umlageverfahren basierenden, Pensionssystem gebe es keine Alternative, stellte Katzian fest. Es sei das beste System, die immer wieder gepriesenen Alternativen hätten nur Einbußen für die PensionistInnen gebracht. Heftig kritisierte der FSG-Bundesvorsitzende jene "selbsternannten Experten", die erst kürzlich Vorschläge verbreiteten, die einerseits am Umlageverfahren festhalten, andererseits aber die leistungsdefinierte durch eine beitragsdefinierte Berechnung ablösen. Katzian: "Das würde bedeuten, dass entweder das gesetzliche Pensionsantrittsalter erhöht wird oder die realen Pensionen sinken." Der FSG-Bundesvorsitzende erinnerte daran, dass das leistungsdefinierte Pensionskonto 2003 bei der größten Demonstration in Österreich erkämpft wurde. 

Kritik an neoliberalen Kräfte

Die Vorsitzende der FSG-PensionistInnen, Christine Haager,  kritisierte, das vor allem neoliberale Kräfte immer wieder versuchen würden einen Konflikt zwischen die Generationen hineinzutragen. Haager: "Dagegen werden wir gemeinsam kämpfen. Wie wichtig dieser gemeinsame Kampf ist zeigt aktuell die immer wieder aufflammende Diskussion um das Pensionssystem und das Verhalten der Metallarbeitgeber. Unser bewährtes Pensionssystem wird immer wieder verteufelt, ja als Ausbeutung der Jugend von uns PensionistInnen hingestellt." Gleichzeitig würde die Privatvorsorge gepriesen und tunlichst verschwiegen, dass diese Form der Vorsorge "für uns ein schlechtes, aber für die Anbieter ein großes Geschäft ist".
 
Haager: "Die Metallarbeitgeber haben heuer ihr wahres Gesicht gezeigt. Die bewährte Sozialpartnerschaft ist für sie ein Dorn im Auge. Die KollegInnen vom Verhandlungsteam haben bisher eine tolle Arbeit geleistet. Ich bin daher überzeugt, dass der Dorn Sozialpartnerschaft im Auge bleibt."

Arbeitsplätze sind Kraftstoff des Pensionssystems

Was die Finanzierbarkeit des Pensionssystems anbelangt, zeigte sich Sozialminister Rudolf Hundstorfer beim FSG-BundespensionistInnenforum optimistisch. "Ausreichend Arbeitsplätze sind der Kraftstoff des Pensionssystems", stellte der Sozialminister fest. Den immer wieder kritisierten Bundeszuschuss zu den Pensionen bezeichnete Hundstorfer als Teil der Armutsbekämpfung.

Was den Kraftstoff Arbeitsplätze betreffe, sei Österreich recht gut aufgestellt. Derzeit gibt es 3,5 Millionen unselbstständig Beschäftigte, davon 900.000 Teilzeitbeschäftigte. Im Bereich der Teilzeit gibt es inzwischen immer mehr, rund die Hälfte, die tatsächlich freiwillig in Teilzeit sind. Hundstorfer: „Wir müssen alles daran setzen, dass alle die Chance bekommen tatsächlich frei zu entscheiden." Wesentlich dabei sei der weitere Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen.

Pensionsantrittsalter: Alle müssen mitwirken

Ein Drittel jener, die jährlich in Pension gehen, sind sogenannte InvaliditätspensionistInnen. Hier werde es, so der Sozialminister, noch besondere Anstrengungen bedürfen. Neben der medizinischen Rehabilitation werde es in Zukunft auch die berufliche Rehabilitation geben. Die größte Herausforderung dabei sind die zunehmenden psychischen Erkrankungen - bei Frauen bereits 80 Prozent der Invalitätspensionistinnen. "Das tatsächliche Pensionsantrittsalter kann generell aber nur angehoben werden, wenn alle daran mitwirken. Es müssen von der Wirtschaft genügend alternsgerechte Arbeitsplätze angeboten werden und die Arbeit muss so organisiert werden, dass die Gesundheit der Beschäftigten erhalten bleibt", stellte Hundstorfer fest.

Bundeszuschuss zu den Pensionen ist Armutsbekämpfung

Zum immer wieder heftig kritisierten Bundeszuschuss zu den Pensionen stellte der Sozialminister klar, dass dieser Zuschuss Teil der Armutsbekämpfung ist. So werden beispielsweise heuer 975 Millionen Euro vom Bundeszuschuss von rund 8,5 Millionen Euro als Ausgleichzulage ausbezahlt. Hundstorfer: "Viele der AusgleichszulagenbezieherInnen kommen noch aus einer Generation die weder Jugend noch Ausbildung hatte, der Kriegsgeneration. Ein weiterer Teil der AusgleichszulagenbezieherInnen sind jene Frauen, die nie berufstätig waren."
Hundstorfer stellte auch fest, dass sowohl die jährliche Erhöhung der Pensionen sowie das gesetzliche Pensionsantrittsalter von der Politik zu beschließen sei und sich nach Expertenvorschläge zu richten habe. Der Sozialminister abschließend: "Das ASVG hat bisher alle Krisen überlebt."

Christine Haager wieder zur Vorsitzenden gewählt

Die Delegierten des 2. PensionistInnenforums der FSG wählten Christine Haager neuerlich zu ihrer Vorsitzenden. Elisabeth Ficker, Ditmar Fürst, Erika Helscher, Emmerich Rakuschan, Rudolf Srba und Werner Thum wurden zu Haagers StellvertreterInnen gewählt.

::: Fotos vom 2. FSG-BundespensionistInnenform

::: Eröffnungs-Video vom 2. FSG-BundespensionistInnenform

Artikel weiterempfehlen

Teilen |