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Nach 37 Jahren Zivildienst weiterdenken

"Der Zivildienst ist in die Jahre gekommen: Was 1975 als Wehrersatzzeit mit nur wenigen Hundert Teilnehmern begann, entwickelte sich seither als Erfolgsmodell. 1992 auf zehn Monate ausgedehnt, erfolgten 1994 und 1997 weitere Ausdehnungen auf zuletzt zwölf Monate. 2006 erfolgte die erste Verkürzung auf neun Monate. Das Interesse stieg 2011 auf über 13.000 Zivildiener an. Das waren etwa 36 Prozent aller Tauglichen.

In Zukunft ist mit einem Rückgang zu rechnen – aufgrund geburtenschwacher Jahrgänge bei Männern. Gleichzeitig steigt der Bedarf im Gesundheits- und Pflegebereich weiter an. Schon jetzt werden Zivildiener zu rund 90 Prozent im Sozial- und Gesundheitsbereich sowie im Rettungswesen eingesetzt. Allein das zeigt uns, wie hoch und wie bedeutend der Bedarf in diesen Bereichen für unsere Gesellschaft ist. Daher ist es höchst an der Zeit, über eine Öffnung des Zivildienstes nachzudenken.

Die Grundidee des Zivildienstes war nicht, junge Männer bedeutend länger als Grundwehrdiener für die Allgemeinheit einzusetzen – und sie dafür nicht entsprechend zu entlohnen (Vergütung derzeit ab knapp über 300 Euro pro Monat). Zudem haben sich die Ansprüche im Sozial- und Gesundheitsbereich in den vergangenen 37 Jahren geändert. Unter diesen Voraussetzungen ist die Idee eines freiwilligen Sozialen Jahres für Männer und Frauen, mit solider Ausbildung, mit kollektivvertraglicher Entlohnung und sozialversicherungsrechtlicher Absicherung sowie Chancen, in einem Zukunftsbereich Fuß zu fassen, eine gute Antwort auf die zukünftigen Bedürfnisse unserer Gesellschaft. Denn das derzeitige Massenphänomen Zivildienst kann weder einfach eingestellt werden, noch ist es aber in der heutigen Zeit sachlich gerechtfertigt argumentierbar."

Kommentar von Wolfgang Katzian,
FSG-Vorsitzender

Weitere Information:

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::: Link zur Präsentation "Soziales Jahr"

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